Johannes Kahrs, MdB | Pressemitteilung – Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) setzen sich erfolgreich für Hamburger Kulturprojekte ein – über 194 Millionen Euro an Bundesmitteln gehen in die Hansestadt
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Pressemitteilung – Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) setzen sich erfolgreich für Hamburger Kulturprojekte ein – über 194 Millionen Euro an Bundesmitteln gehen in die Hansestadt

Die beiden Hamburger Abgeordneten konnten in den Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 über 194 Millionen Euro des Bundes für diverse kulturelle Projekte in Hamburg durchsetzen. Neue Strahlkraft soll das kulturelle Zentrum Kampnagel durch eine Sanierung erlangen (120 Millionen Euro gesamt, 60 Millionen Euro Bund). Auch werden Mittel für das Deutsche Hafenmuseum (58 Millionen Euro), für ein neues Einwanderermuseum (46 Millionen Euro gesamt, 23 Millionen Euro Bund) und für die Markthalle am Klosterwall (43,25 Millionen gesamt, 21,625 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt. Das Reeperbahnfestival wird bundesseitig künftig mit rund 20 Millionen Euro stärker gefördert. Ein besonderer Fokus wird im diesjährigen Kulturetat auf der Erinnerungskultur liegen.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in der heutigen Bereinigungssitzung den Haushalt für 2020 beschlossen. Der Kulturetat des Bundes wurde in den parlamentarischen Verhandlungen im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich aufgestockt, wovon Hamburg mit gleich mehreren kulturellen Projekten profitieren konnte:


Kampnagel – 60 Mio.
Kampnagel ist ein Zentrum für zeitgenössische darstellende Künste auf einem Werksgelände in Winterhude. Auf insgesamt sechs Bühnen werden großformatige Arbeiten von internationalen Künstlern ebenso wie experimentelle Neuentdeckungen der lokalen Hamburger Szene gezeigt.
Mit dem hohen künstlerischen Niveau und der internationalen Strahlkraft kann Kampnagel seit vielen Jahren baulich und technisch nicht mehr mithalten. Das Haus ist seit der provisorischen Nutzung als Ersatzspielort des Schauspielhauses Anfang der 1980er Jahre und der Eroberung des Geländes durch freischaffende Künstler organisch gewachsen, ohne je als langfristiger Spielort ausgestattet zu werden. Für insgesamt 120 Millionen Euro (davon 60 Millionen Euro des Bundes) soll das Zentrum Kampnagel modernisiert und erweitert werden.

Johannes Kahrs: „Immer, wenn ich auf Kampnagel bin, freue ich mich über die Inszenierungen, schäme mich aber zugleich etwas für die baulichen Zustände, die wackeligen Tribünen und die Arbeitsbedingungen für die Künstler und Mitarbeiter. Deshalb habe ich mich sehr für eine Grundsanierung eingesetzt.“

Deutsches Hafenmuseum – 58 Mio.
Mit dem Haushalt 2016 wurden seitens des Bundes die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, das Deutsche Hafenmuseum zu konzeptionieren und zu errichten. Es soll ein Museum der Globalisierung werden, indem man die Geschichte und Gegenwart der weltweiten wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Verflechtungen erleben kann. Die Planungen sind mittlerweile so fortgeschritten, dass nun eine Zwei-Standort-Lösung verfolgt wird. Die zusätzlichen Mittel in Höhe von 58 Millionen sollen für die Herrichtung des 50er-Schuppens als zweiten Standort des Hafenmuseums – hierfür allein 20 Millionen Euro – für Sanierungsarbeiten an der PEKING sowie für die Herrichtung des Liegeplatzes Holthusenkai dienen.

Johannes Kahrs: „Mir ist wichtig, dass unter anderem der zweite Standort 50er-Schuppen nicht vernachlässigt wird. Mit den 20 Millionen Euro können der Schuppen, die Kräne, Pontons und andere Ausstellungsstücke saniert und präsentiert werden.“

Rüdiger Kruse: „Mit dem Hafenmuseum bekommt Deutschland ein nationales Museum zum Thema Handel. Kein besserer Ort ist denkbar als Hamburg, denn hier trifft Vergangenheit Zukunft, das Museum liegt in mitten eines aktiven Welthafens. Besser geht nicht.“

Einwanderermuseum – 23 Mio.
Mit dem Auswanderermuseum BallinStadt verfügt die Freie und Hansestadt Hamburg über eine Einrichtung, in der Migrationsprozesse in Vergangenheit und Gegenwart mit überregionaler Perspektive vermittelt werden. Das Ganze befindet sich an einem historischen Ort: der früheren Auswandererhallen in Hamburg-Veddel.
Nun wird angestrebt, neben dem Auswanderermuseum einen völlig neuen, eigenständigen musealen Ausstellungs- und Veranstaltungskomplex zu errichten, der insbesondere der Einwanderung nach Deutschland im 20. und 21. Jahrhundert gewidmet sein soll. Aus- und Einwanderermuseum an dem selben Standort bilden so ein „Zentrum Migration“ von nationaler und internationaler Bedeutung. Für dieses besondere Projekt werden 46 Millionen Euro benötigt, wobei der Bund 23 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Johannes Kahrs: „Das Zusammenspiel von deutscher Auswanderung und Einwanderung nach Deutschland – mit ähnlichen Lebenswegen und Erfahrungen – trägt zum besseren Verständnis auf beiden Seiten bei. Mir ist es wichtig, bei der Entwicklung des Museums insbesondere die Erfahrungen der Einwanderer aus der ersten Generation einfließen zu lassen.“

Markthalle Hamburg – 21,625 Mio.
Die Markthalle Hamburg ist ein Gebäudekomplex am Klosterwall in Hammerbrook und besteht aus dem Kultur- und Veranstaltungszentrum Markthalle sowie aus Einrichtungen der Kunstmeile. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex muss aufgrund des schlechten Bauzustands grundsaniert werden. Hierzu gehört insbesondere die brandschutztechnische sowie statische Ertüchtigung von Bauteilen. Dabei soll die ursprüngliche Ansicht des Nordportals freigelegt und ein attraktiver Vorplatz geschaffen werden. Das Bauvorhaben ist von 2020 bis 2023 geplant und wird mit 21,625 Millionen Euro des Bundes gefördert.

Johannes Kahrs: „Besonders am Herzen liegt mir die denkmalgerechte Sanierung und die neu zu errichtende Veranstaltungshalle für 2000 Besucher in der Markthalle. Besonders cool ist der Standort am Hauptbahnhof.“

Reeperbahnfestival – 19,625 Mio.
Das Reeperbahnfestival feierte in diesem Jahr seine 14. Ausgabe und ist mittlerweile eine feste Größe in der nationalen und internationalen Musik- und Festivalszene. Diese Erfolgsgeschichte soll fortgeschrieben werden. Der Bund unterstützt das Vorhaben künftig mit knapp 20 Millionen Euro. Mit dieser Förderung sollen unter anderem eine Music Business Summerschool sowie ein zusätzliches viertägiges Bühnenprogramm etabliert werden, welches umsonst und gut erreichbar einen einfachen Zugang zu populärer Musik für alle sozialen und kulturellen Gruppen bieten soll.

Johannes Kahrs: „Was die Berlinale für Filmliebhaber und die Frankfurter Buchmesse für Literaturfans ist, ist das Reeperbahnfestival für die Musikszene. Mit den zusätzlichen Mitteln ist das Reeperbahnfestival das ganze Jahr in Hamburg, Europa und der Welt aktiv und dauerhaft abgesichert.“

Kirchplatz St. Michaelis – 3,5 Mio.
Ziel der Umgestaltung des Kirchplatzes ist es, die Aufenthaltsqualität zu steigern und auch durch neue Veranstaltungsformate wie Märkte und Freiluftkonzerte rund um die Kirche einen lebendigen Platz für alle Hamburger und ihre Gäste aus aller Welt zu schaffen. Darüber hinaus werden ein neues Besucherzentrum inkl. einem Medienturm, der die Geschichte des Michel erzählt, eine neue Lichtgestaltung sowie eine Neugestaltung der Turmhalle mit den Mitteln finanziert. Das Gesamtvorhaben kostet 7,5 Millionen Euro, der Bund beteiligt sich mit 3,5 Millionen Euro.

Rüdiger Kruse: „St. Michaelis ist nicht nur eine der Hamburger Hauptkirchen, St. Michaelis ist unser Michel. Das Umfeld unseres Wahrzeichens endlich einladend zu gestalten, die Besucher der Kirche besser leiten zu können wird durch diese Förderung möglich. Plätze erfüllen eine sehr wichtige Funktion in einer Stadt, aber nur, wenn sie attraktiv sind. Das schaffen wir jetzt.“

Gedenkstättenprogramm – ca. 5,4 Mio.
Ein Fokus des diesjährigen Kulturetats soll auf der Erinnerungskultur liegen. Hierzu gehört beispielsweise, dass KZ-Gedenkstätten vernünftig und zukunftsorientiert ausgestattet werden. In Hamburg profitiert davon die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die 2,94 Millionen Euro vom Bund für Sanierungsmaßnahmen erhält. Auch wird mit 2,435 Millionen Euro die Restaurierung des Jüdischen Friedhofs Ilandkoppel realisiert (Gesamtvolumen 4,89 Millionen Euro).

Weitere Vorhaben
Eine Förderung seitens des Bundes bekommt die Friedenskirche Altona in Höhe von 2,4 Millionen Euro für Restaurierungsarbeiten (Gesamtvolumen 4,8 Millionen Euro). Die Hamburger Staatsoper erhält eine Million Euro vom Bund (zwei Millionen Euro Gesamtvolumen), um ihr Zuschauerhaus mit Hilfe eines neuen Fahrstuhls barrierefrei zugänglich zu machen. Für 1,3 Millionen Euro soll das Theaterschiff Hamburg saniert werden (665.000 durch den Bund). Die Finkwarder Speeldeel e.V. erhält eine Förderung von 937.000 des Bundes für die Sanierung der Oole Wach als soziokulturelles Zentrum.